Lokstadt Move
Wie die Lokstadt unterwegs ist
Am 25. Mai 2025 startete die Mobilitätskampagne in der Lokstadt. In diesem Projekt wollten wir herausfinden, wie sich die Bewohnenden der Lokstadt fortbewegen, welche Verkehrsmittel sie am häufigsten nutzen und ob eine App, die das eigene Mobilitätsverhalten sichtbar macht, dazu beitragen kann, nachhaltigere Verkehrsmittel häufiger zu wählen. Hierzu wurden die zurückgelegten Strecken inklusive Fortbewegungsmittel in der SWICE App aufgezeichnet sowie der jeweilige CO2-Verbrauch aufgezeigt. Insgesamt nahmen 37 Personen am Projekt teil, davon 22 über die gesamte Dauer.
Fortbewegungsmittel
Die Fortbewegung der Teilnehmenden ist insgesamt bereits sehr nachhaltig. Am häufigsten waren sie zu Fuss unterwegs (rund 36% der Strecken), gefolgt vom Zug (17%) und dem Velo (13%). Auch bei längeren Strecken ab 3 Kilometern blieb der Zug das wichtigste Verkehrsmittel (42%). Das Auto kam dabei häufiger zum Einsatz (24%), während ein kleiner Teil weiterhin das Velo nutzte (7%). Das Ergebnis zeigt auf: In der Stadt setzen die Teilnehmenden nur selten auf das Auto und profitieren stattdessen von der guten Erreichbarkeit im Quartier. Erst auf längeren Strecken wird das Auto zur echten Alternative.
CO2-Verbrauch
Betrachtet man die insgesamt zurückgelegten Distanzen, fällt auf: Wege zu Fuss, mit dem Bus oder dem Velo spielen für den gesamten CO2-Verbrauch kaum eine Rolle. Den grössten Teil der Kilometer legten die Lokstadt-Bewohnenden mit dem Zug, dem Flugzeug und dem Auto zurück (siehe Grafik). Besonders deutlich wird der Unterschied, wenn man die Distanzen mit dem jeweiligen CO2-Ausstoss vergleicht: Während 8 Flugzeugreisen (ca. 16’700 km) über 4’400 kg CO2 verursachten, lagen die Emissionen von 843 Zugreisen (ca. 26’000 km) insgesamt bei lediglich rund 180 kg CO2. Die Zahlen zeigen somit: Schon kleine Veränderungen bei langen Fahrten (zum Beispiel weniger Flüge oder Autofahrten) machen einen grossen Unterschied beim CO2-Ausstoss.
Nutzen der Mobilitäts-App
Spannend wird es, wenn man anschaut, wie sich die Verkehrsmittelwahl nach der Einführung der Darstellung des CO2-Verbrauchs in der App verändert hat. Seit dem 15. Juni wird der CO₂-Verbrauch pro Strecke berechnet und mit anschaulichen Vergleichen in der App erklärt.
In der Anfangsphase ohne CO₂-Visualisierung machten Autofahrten noch rund 20% aller zurückgelegten Kilometer aus. Nach Einführung der Darstellung sank dieser Anteil auf 13%. Auch die Zugnutzung ging leicht zurück – von 69% auf 67%. Deutlich angestiegen sind dagegen die Kilometeranteile von Velo, E-Fahrzeugen und Bus. Somit kann ein positiver Trend für die Mobilitäts-Kampagne beobachtet werden. Da der Studienzeitraum jedoch sehr kurz war, wird erst eine längere Beobachtung zeigen, ob das auch in der langen Frist so bleibt.
Hauptsverkehrsrouten
Mithilfe von Heatmaps konnte dargestellt werden, welche Verkehrsrouten am stärksten genutzt werden. Die Farben Gelb, Orange und Rot zeigen Routen mit sehr starkem Verkehrsaufkommen, die blauen Routen werden rege genutzt.
Hauptverkehrsrouten zu Fuss.
Hauptverkehrsrouten mit dem Velo.
Der Projektbericht kann hier heruntergeladen werden.
Im Januar 2023 wurden an zwei Abenden Workshops mit dem Bewohnenden der Lokstadt organisiert. Die Workshops dienten dazu, die Bedürfnisse der Bewohnenden abzuholen und zu identifizieren, in welchen Bereichen sie Potenziale für nachhaltigere Lebensweisen sehen. Zusammen mit den Bewohnenden haben wir zu insgesamt fünf Themenbereichen Probleme analysiert und mögliche Lösungen dazu erarbeitet. Insgesamt entstanden 16 spannende Ideen aus den Workshops mit den Stakeholdern und den Bewohnenden. Es kristallisierte sich insbesondere heraus, dass bessere Angebote und Möglichkeiten für die Nutzung des Velos gewünscht werden und dass grundsätzlich ein grosses Verlangen nach mehr Austausch zwischen den Bewohnenden besteht. Sei dies in Form von Tauschen/Leihen von Gegenständen oder gemeinsamen Aktivitäten, Anlässen und Begegnungsräumen.







